Mobile Business Intelligence - Das Büro ist, wo ich bin

Das Weihnachtsgeschäft mit iPhone, iPad und Windows Phone 7 boomt. Die Appstores dieser Welt platzen aus allen Nähten und lassen Game-Boy und Game-Girl himmelhoch jauchzen. Was liegt daher näher, als nachzusehen, ob da auch für Business-folks was Intelligentes dabei ist.
 
Frei nach dem Motto: „Das Büro ist, wo ich bin“ hat sich das Mobile Phone zum Smartphone gewandelt. Es ermöglicht uns nicht nur die verbale Kommunikation, sondern auch die Teamarbeit via Mail und sozialen Netzwerken. Auch die Art der Kommunikation hat sich der Größe des Endgerätes angepasst. Wenn man sich nicht als „n00b“ (NewBie, Neuling, Anfänger)  outen will, beendet man seine Nachricht mit „EOM“ (End of Message) fügt vielleicht noch ein „LOL“ (Laughing Out Loud) hinzu twittert anderen Vogerln nach und drückt seinen Wohlgefallen durch ein einfaches „gefällt mir“ aus.
 
Grundsätzlich ganz praktisch, denn umfängliches bearbeiten von Dokumenten artet auf diesen Geräten ohnehin zu einer höchst virtuosen Fingerübung aus. Da wird gezoomt, gewischt und gedreht, um das Dokument in einer lesbaren Größe durch den Sehschlitz (Display) in angemessener Form dem Auge des Betrachters zuzuführen. 
 
Das handliche und mobile Büro im Hosentaschenformat bringt da schon die eine oder andere Herausforderung mit sich. Wie sich das mit mobilen Business Intelligence Lösungen verhält habe ich mit Gregor Zeiler, actinium consulting diskutiert.
 
Mark Bench: Herr Zeiler, braucht der/die omnipräsente ManagerIn von heute BI am Smartphone?
 
Zeiler:  Da bin ich überzeugt davon, dass der mobile Zugriff auf relevante Unternehmensdaten ein „must have“ wird, oder sogar ist. Das resultiert schon aus den hohen Mobilitätsanforderungen unserer gegenwärtigen und zukünftigen Arbeitswelt. Das Smartphone ist da aufgrund der Handlichkeit der optimale Reisebegleiter.
 
Mark Bench: Der BI-Markt ist ihnen ja hinlänglich bekannt. Wie sieht es denn mit den Angeboten diesbezüglich aus?
 
Zeiler: Die BI-Hersteller haben diesen Bedarf natürlich schon längst erkannt und bieten entsprechende mobile Lösungen zusätzlich zum bewährten Portfolio an. Die Range der Lösungsansätze reicht da vom „ich möchte auch mitspielen“-Anbieter bis hin zu denjenigen, die sich wirklich ernsthafte Gedanken zur Arbeitsweise auf kleinen Endgeräten gemacht haben.
 
Mark Bench: Was unterscheidet da die Spreu vom Weizen?
 
Zeiler: Um das zu verstehen, muss man sich mit den Eigenheiten der Smartphones und deren Bedienung auseinandersetzen. Da ist einmal die Auflösung des Displays. Die guten schaffen da schon ca. 2/3 einer üblichen PC-Bildschirmauflösung. Die Bildschirmfläche selbst beträgt aber nur ca. 1/10 von der des PCs. Betrachtet man also einen Report aus der PC-Welt am Smartphone, muss man schon kräftig zoomen um die Lesbarkeit herzustellen. Das ist aber sehr mühsam ständig ein- und auszoomen zu müssen.
 
Mark Bench: D.h. das Device Smartphone braucht eine andere Art von Report?
 
Zeiler: Definitiv, aber nicht nur die Art oder Größe des Berichtes ist ausschlaggebend, sondern auch die Art der Navigation. Hilft uns zum Beispiel die Maus am PC die notwendigen Filter zu setzen und Ansichten zu wechseln, sind wir am Phone auf unsere Fingerfertigkeit angewiesen. Die Navigation muss über einfache Gesten funktionieren, sonst ist der User schnell frustriert.
 
Mark Bench: Wie stellt sich nun das Lösungsportfolio am Markt dar?
 
Zeiler: Sehr plakativ gesagt haben die etablierten BI-Anbieter nur an der Erschließung des Clients Smartphone gearbeitet und bringen die bestehende BI Funktionalität auch zu dieser Art von Endgerät. Dies bringt die bereits erwähnten Bedienungsschwierigkeiten für den User mit sich. Aus der Ecke der Apps-Entwickler haben sich jedoch auch einige dem Thema BI gewidmet. Die sind mit den Anforderungen dieser Endgeräte sehr vertraut und bringen ganz neue Perspektiven ins Spiel.
 
Mark Bench: Können sie uns da ein Beispiel nennen?
 
Zeiler:  RoamBI fällt für mich in diese Kategorie. Wie nicht anders zu erwarten, kommen diese Freigeister  aus der Apple Apps Ecke und haben ihre Anleihen bezüglich Funktionalität aus dem Gaming Bereich bezogen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Gute und lesbare Berichtsobjekte und einige Innovationen in der Navigation. Die mobile BI Applikation erstellt sich automatisch auf Basis der zugrundeliegenden Datenstruktur.
 
 
Mark Bench:  Sind die guten mobilen BI Lösungen auf das iPhone beschränkt?
 
Zeiler:  Man muss schon klar sagen, dass die Apple-Welt hier viel zu den Entwicklungen am Smartphone Sektor beigetragen hat und sicherlich auch noch beitragen wird. Mit dem neuen Windows Phone 7 hat Microsoft klargestellt in diesem Bereich eine Schlüsselrolle besetzen zu wollen. Da kommt es nicht von ungefähr, dass sich auch auf dieser Basis BI-Apps entwickeln. Ein Beispiel dafür ist PushBI.
 

Mark Bench: Wie sagt man so schön? Sexy look and feel, ist das alles was man von mobiler BI erwarten kann?
 
Zeiler: Das ist eine gute Frage. Gute Analysefunktionalitäten sind jedenfalls eine Grundvoraussetzung für die Akzeptanz des mobilen Managers. Aber auf die Analyse der Daten folgt immer auch eine Erkenntnis. Und diese Erkenntnis muss auch wieder kommuniziert werden. Was würde sich dafür besser  eignen als der „Communicator“ Smartphone. 
Eine Schlüsselfunktion von mobilen BI ist daher auch, die Erkenntnisse der Analyse mit meinen Kollegen teilen zu können. Speziell beim Smartphone nicht bloß mit „Email on board“ beantwortbar. Das muss einfacher gehen, nämlich direkt aus der BI-App heraus. Damit schließt sich der Informationskreis.
 
Mark Bench: Was wünscht sich der BI-Experte Zeiler so kurz vor Weihnachten?
 
Zeiler: Dass alle Innovationen am mobilen BI Sektor Einzug in die Desktop Anwendungen finden, damit auch hier wieder ein frischer Wind weht.
 
Mark Bench: Herr Zeiler, vielen Dank für die Einblicke in die mobile BI-Welt. 


Posted by: MarkBench
Posted on: 09.12.2010 at 15:50
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Sparpaket für BI-Lösungen

Das Sparpaket der Regierung liegt vor und wird eifrig diskutiert. Und wieder scheint es, als ob kostenintensive Business Intelligence Lösungen unberücksichtigt bleiben. Wer dennoch sparen möchte, für den habe ich hier ein paar Tipps zusammengestellt.
 
Bevor wir ins Eingemachte gehen, noch eine kleine Analyse zum Status Quo der implementierten BI-Landschaften. Der Grundstein zu diesen Lösungen wurde zumeist schon vor einigen Jahren gelegt. Die Unternehmen haben sich aus dem damaligen BI-Marktangebot bedient und nach dem Best-of-Breed Ansatz eine optimale BI-Landschaft zusammengestellt. So findet man nicht selten für ETL (Datenfluss), Data Warehouse Datenbank, OLAP Datenbank (Cubes) und für die Reporting Tools einen bunten Mix an „Spezialisten“. Zum damaligen Zeitpunkt bestimmt eine gute Entscheidung. 
 
Wer den BI-Markt aktiv verfolgt, der weiß, dass in den letzten Jahren kein Stein auf dem anderen geblieben ist. Man denke nur an das Jahr 2007, in dem 3 große Akquisitionen von SAP mit Business Objects über IBM mit Cognos zu Oracle mit Hyperion gelaufen sind. Ganz zu schweigen von den vielen kleineren Übernahmen. Zusätzlich haben etablierte Anbieter deren Technologien auf neuesten Stand gebracht bzw. massiv an der Skalierbarkeit der eigenen Lösungen gearbeitet. 
 
Stellt sich die Frage, ob die damaligen Entscheidungen auch unter den gegenwärtigen Bedingungen noch sinnvoll und vor allem auch kostengünstig sind. Diese und weitere Fragen habe ich mit Gregor Zeiler actinium consulting diskutiert:
 
Mark Bench: Herr Zeiler,  wie sehen sie den Stand der implementierten BI-Lösungen?
 
Zeiler: In den seltensten Fällen stoßen wir in unseren Projekten auf die sprichwörtliche „Grüne Wiese“. Generell lässt sich sagen, je größer das Unternehmen, desto bunter die Landschaft. Am vielfältigsten wird es im Bereich Reporting- und Analyse-Tools. Da bekommt man manches Mal den Eindruck, jeder Bereich hat sich mit einer eigenen Lösung verwirklicht.
 
Mark Bench: Was spricht gegen den Einsatz von unterschiedlichen Werkzeugen?
 
Zeiler: Wenn es sachlich und funktional begründbar ist, grundsätzlich nichts. Falls es jedoch keine markant unterschiedlichen Geschäftsanforderungen als Begründung gibt, dann entstehen durch den Einsatz mehrerer Werkzeuge vor allem überproportionale Kosten.
 
Mark Bench: Worin sind denn die überproportionalen Kosten begründet, wenn die selbe Anzahl an Usern zugrunde liegt?
 
Zeiler: Das ist zum einen der Mengeneffekt. Bei ziemlich allen Herstellern sind die relativen Kosten pro User mit steigenden Mengen geringer. Teilt man also die gleiche Anzahl an Usern auf drei Produkte auf, zahlt man insgesamt sicher höhere Preise. Dies gilt nicht nur für die Lizenz, sondern auch für die laufenden Software-Wartungskosten.
 
Mark Bench: Also, läuft alles auf die Lizenz- und Wartungskosten hinaus?
 
Zeiler: Nein nicht nur, ein viel wichtigerer Aspekt, sind die Kosten, die der laufende Betrieb mit sich bringt. Dies sind zum Beispiel Aufwände, die ein Releasewechsel verursacht, oder die notwendigen Schulungsaufwände, eventuell auch gesonderte Hardware, die mit jedem weiteren Produkt anfallen. Da kommen schnell Kosten zusammen, die die Beträge der Lizenz und der Wartung bei weitem übersteigen. Auch die Komplexität der Gesamtlösung steigt und bringt meist Inflexibilität ins Spiel.
 
Mark Bench: D. h. am besten eine One-Vendor Strategie mit einem der großen „BI-Vollsortimenter“ verfolgen?
 
Zeiler: Das wäre die logische Konsequenz.
 
Mark Bench: Warum wäre?
 
Zeiler: Das ist dann der richtige Weg, wenn der eine Hersteller wirklich abgestimmte BI-Technologie aus einem Guss bieten kann. Meist sind solche „BI-Vollsortimenter“ durch Aufkauf von anderen Herstellern/Technologien entstanden. In solchen Fällen passiert als erster Schritt meistens die „Logo-Integration“. Viel später, oder gar nicht, erfolgen dann die notwendigen Schritte der technischen Zusammenführung. Hier heißt es also aufpassen und hinter die Kulissen schauen.
 
Mark Bench: Was können sie daher unseren Lesern empfehlen?
 
Zeiler: Weniger auf die auf die vordergründige Marketing Masche schauen, sondern sondieren, ob es Angebote gibt, wo wirklich aus einem Produkt heraus ein größerer Funktionsumfang abgedeckt wird. Das beste Beispiel für mich ist der SQL Server von Microsoft. In diesem Produkt steckt nicht nur die relationale Datenbank, sondern auch ein mächtiges ETL-Werkzeug und eine unglaublich skalierbare OLAP Datenbank. On Top oben drauf ist auch noch ein Reporting Tool dabei.
 
Mark Bench: Die Empfehlung lautet daher beispielsweise auf Microsoft SQL Server umstellen?
 
Zeiler: In vielen Fällen ist nicht einmal eine Umstellung notwendig, da die relationale Datenbank bereits genutzt wird. Nur für ETL oder OLAP wird noch alternative Technologie eingesetzt. ETL und OLAP aus dem SQL Server steht vollkommen ungenutzt und ohne jegliche Zusatzkosten zur Verfügung. Hier muss man ansetzen, da liegt großes Potential.
 
Mark Bench: Gibt es aus ihren Projekten Erfahrungen zu solchen Umstellungsvorhaben?
 
Zeiler: Ja natürlich, wir haben beispielsweise für einen großen Industriebetrieb in einem kurzen Proof of Concept zeigen können, dass die OLAP Datenbank aus dem SQL Server die bestehende Lösung funktional und sogar mit besserer Performance ablösen kann. Die bestehende Lösung wurde danach vom Kunden kurzer Hand gegen SQL Server Analysis Services (OLAP) ausgetauscht. Der Effekt: Zig-tausend Euro pro Jahr weniger Wartungskosten.
 
Mark Bench: Ein schöner Erfolg. Zusammengefasst welche Tipps würden sie unseren Lesern mitgeben?
 
Zeiler: Erstens: Weniger ist mehr, achten sie bei jedem zusätzlich eingesetzten Produkt darauf, ob dies wirklich unbedingt notwendig ist. Wechseln sie eventuell zu einem Produkt mit dem alle Anforderungen abbildbar sind.
Zweitens: Lassen sie sich nicht durch Logo Integration täuschen, achten sie absolut auf die technische Integration. 
Drittens: Nutzen sie Funktionalitäten, die sie bereits im Haus haben und bezahlt haben. Bessere Lizenznutzung zahlt sich aus. Nötigenfalls steigen sie auf Produkte mit breitem Einsatzspektrum um. Besser einmal ein großer Umbau, als dauerhaft viel Potential liegen lassen.
 
Abschließend kann ich noch unseren BI Sparpaket Quick-Check empfehlen. Kurz und bündig wird das Sparpotential zu ihrer BI-Lösung attestiert. Mehr dazu unter www.actinium-consulting.at
 
Mark Bench: Herr Zeiler, vielen Dank für die wertvollen Tipps. Ich bin sicher, unsere Leser bekommen dadurch auch Lust zum Sparen.
 

Posted by: MarkBench
Posted on: 15.11.2010 at 10:28
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Ist die Cloud reif für Business Intelligence ?

Analysten der IDC prognostizieren, dass die weltweiten Geschäfte mit BI-on-Demand-Lösungen bis 2015 jährlich über 20 Prozent wachsen werden. Damit würde das Software-as-a-Service (SaaS)-Segment des BI-Marktes drei Mal so schnell wachsen wie das Gesamtgeschäft mit Analysewerkzeugen.

Doch während sich Cloud computing Services in Anwendungsbereichen wie Customer Relationsship Management (CRM) bereits etabliert haben, hinkt der BI-Markt aktuell noch ein wenig nach, attestieren die Analysten von Forrester Research.

Worin liegen nun die Anreize BI-Lösungen aus der Cloud zu nutzen? Diese und weitere Fragen habe ich mit Guntram Rainer - Microsoft Österreich, Damianos Soumelidis - Hexa business Services und Gregor Zeiler - actinium consulting diskutiert:

Mark Bench: Herr Zeiler,  werden zukünftig die BI-User auf Wolke 7 schweben?

Zeiler: Ich denke, die Endanwender werden eher weniger merken. Der große Unterschied liegt im Betrieb der BI-Lösung. „Use on Demand“, „Pay per Use“ und keine Sorgen mit der Skalierbarkeit sind die Schlüsselfaktoren.

Mark Bench: Was bedeutet das konkret?

Zeiler: Nur zahlen, was tatsächlich benötigt wird. Das betrifft nicht nur die Softwarenutzung, sondern auch die benötigten Hardwareressourcen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Lizenzmodellen und selbst beschaffter Hardware, wird für die Bereitstellung des gesamten Services bezahlt.

Mark Bench: Worin liegt nun der Vorteil?

Zeiler: Sowohl die Softwarelizenzen als auch die Hardwareressourcen müssen nicht auf den Maximalbedarf ausgelegt werden, sondern können nach Bedarf hinzugenommen und auch wieder weggelassen werden. Dies hat bei schwankenden Userzahlen, stark wechselnden Bedarf an Rechenleistung und Speicherbedarf Vorteile.

Mark Bench: Hört sich gut an, wo kann man das kaufen?

Zeiler: Da liegt derzeit noch das Problem. Der BI-Cloud Markt beginnt sich erst aufzubauen. Vor allem in USA beginnen erste Anbieter mit durchaus interessanten Angeboten. Zuversichtlich stimmen aber die intensiven Anstrengungen von Microsoft mit der Azure Plattform für Windows und SQL Server den Cloud Markt kräftig aufzumischen.

Mark Bench: Herr Rainer, Microsoft Azure wurde angesprochen, warum engagiert sich Microsoft so intensiv im Cloud Computing?

Rainer: Die Zeit ist jetzt einfach reif dafür. Wir haben mit den verfügbaren Internet Bandbreiten ausreichend Performance zur Verfügung und Unternehmen wollen anstelle von komplexen IT Projekten eher einfachere Services auf Basis monatlichen und tatsächlichen Aufwand einsetzen. Das bedeutet wesentlich weniger Risiko und bringt Vorteile betreffend Liquidität. 

Mark Bench: Das klingt simpel – also bietet Microsoft hier Produkte wie Winword und Excel als Online Services an – das ist alles?

Rainer: Diese Online Services waren zusammen mit Exchange Services der Anfang. Mittlerweile sind wir mit Dynamics CRM in der Cloud – eines der interessantesten Produkte für mich ist jedoch Windows AZURE. 

Mark Bench: Was kann also Windows Azure?

Rainer: Windows Azure ist genau genommen ein IT Plattform Service in der Wolke – dieses umfasst Computing Services (Windows Azure), Datenbank Services (SQL Azure) sowie ein Bus System (Azure AppFabric) welches die unterschiedlichen Software und Service Komponenten miteinander verbindet.

Mark Bench: Wer benötigt so etwas - und was unterscheidet Windows Azure von anderen Services?

Rainer: Jedes Unternehmen das sich momentan mit dem Ankauf von Server und Datenbanken beschäftigt ist potentieller Anwender. Windows Azure ist in vielen Fällen einfach die bessere Alternative zum Kauf und Betrieb im Haus! Einer der wesentlicher Unterschiede: Mit Azure AppFabric können Daten auf Wunsch auch lokal gespeichert werden, obwohl die Software in der Wolke betrieben wird!

Mark Bench: Herr Zeiler, Worin liegen ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen bzw. Chancen für BI in der Cloud?

Zeiler: Die Bereitstellung von Front End Technologie stellt keine große Herausforderung dar. Schwieriger zu beurteilen ist der Datentransfer in die Cloud, vor allem bei sehr großen Datenmengen und den in Relation zu Busbandbreiten relativ geringen Bandbreiten über das Internet. Abhilfe dazu können natürlich Hybrid-Modelle bieten, bei denen das BI Front-End und eventuell ein analyserelevanter Datenausschnitt in der Cloud gehalten wird und der Großteil der Datenmengen lokal, wie es auch schon Herr Rainer angedeutet hat. Als größte Chance sehe ich die Vorkonfiguration von BI-Lösungen und die damit verbundene schnellere Implementierungszeit. In diesen Vorkonfigurationen sind die einzelnen Softwarekomponenten und die genutzte Hardware bestens aufeinander abgestimmt. Grundkonfigurationen von BI Lösungen können dadurch entfallen.

Mark Bench: Herr Soumelidis, sie beschäftigen sich sehr intensiv mit allen notwendigen Rahmenbedingungen Cloud Services zu nutzen. Müssen wir nur mehr auf die richtige Technik warten?

Soumelidis: Warten müssen wir schon lange nicht mehr, die dem Cloud Computing zugrunde liegenden Technologien gibt es schon seit Jahren. Auch das Konzept, Informationstechnologie als Service zu nutzen ist nicht neu. Lediglich das optimierte Zusammenspiel von Virtualisierung, Bandbreiten und den notwendigen Architekturen hat die sinnvolle kommerzielle Nutzung möglich gemacht und findet jetzt Anwendung.

Mark Bench: Werden wir zukünftig die ganze IT aus der Cloud beziehen?

Soumelidis: Je nachdem, wie Sie Zukunft definieren. Meinen Sie damit „in zwei Jahren“, dann nein, meinen Sie „in 20 Jahren“, wird eine im Unternehmen betriebene IT eher die Ausnahme sein.

Mark Bench: Kann ein Unternehmen heute uneingeschränkt Cloud Services einsetzen? 

Soumelidis: Jedes Konzept muss vor seiner Einführung auf Sinnhaftigkeit und seine Vor- und Nachteile geprüft werden. Wenn z.B. ein Dienst die kommerziellen Ziele zwar erfüllen würde, aber die Endanwender diesen aufgrund von Performanceschwierigkeiten oder einer holprigen Benutzerschnittstelle ablehnen, ist die Einführung nicht sinnvoll. Oder wenn ein Dienst sämtliche Vorteile mit sich bringt, aber im Widerspruch zum geltenden Recht steht, muss man ebenfalls davon absehen. Die Einschränkungen sind aber bei weitem geringer als die Vorteile – im Gegensatz zu der oft kolportierten Meinung, dass Public Cloud Services unsicher sind.

Mark Bench: Welche Hürden gibt es beim Datenschutz? 

Soumelidis: Die österreichische Rechtsordnung schränkt die Datenhaltung geografisch nicht ein. Also ist eine Verlagerung von Daten auch ins Ausland möglich. Natürlich sind die Regeln des Datenschutzgesetzes zu befolgen, das gilt aber für jegliche Art der Datenübermittlung, -archivierung und -aufbewahrung. Im europäischen Raum ist es einfach: Das EU Datenschutzgesetzt schreibt vor, dass personenbezogene Daten den EU Raum nicht verlassen dürfen. Fast alle großen Cloud Service Provider tragen diesem Umstand Rechnung und garantieren die Datenhaltung in europäischen Rechenzentren. Das gilt auch für Daten die für BI verwendet werden.

Mark Bench: Gibt es Sicherheitsrisiken die Cloud Computing mit sich bringt?

Soumelidis: Alle IT-Konzepte bergen Sicherheitsrisiken – nicht nur Cloud Computing. Zu beachten ist die Aufteilung der Verantwortung zwischen dem Kunden und dem Provider und der Klärung von juristischen Fragestellungen. Allgemein lässt sich sagen, je „höher“ der Service angesiedelt ist, desto umfassender ist die Verantwortung des Cloud Service Providers. Im SaaS sind Datenintegrität, Zugriffsmechanismen, Identity Management in der Regel im Servicevertrag geregelt. Für die gleichen Themen im IaaS-Umfeld ist ab der Betriebssystemebene der Kunde selber verantwortlich.

Mark Bench: Wie bereitet sich ein Unternehmen für den Einsatz von Cloud Services vor?

Soumelidis: Es gilt einerseits den sinnvollen Umfang der Bereiche abzustecken die in die Cloud verlagert werden können.  Wichtig ist auch, die organisatorische Bereitschaft (Readiness) des Unternehmens für die Nutzung von Cloud Services zu schaffen. Jede Auslagerung von Diensten bedarf Anpassung in Governance und Prozessen. Die Steuerung von traditionell ausgelagerten Funktionen an Outsourcer, ist ein gerne vernachlässigtes Thema. Ich spreche daher vom Cloudsourcing als ganzheitliches Rahmenwerk, das sämtliche vorbereitende und betriebliche Aspekte der Nutzung von Diensten aus der Cloud berücksichtigt.

Mark Bench: Meine Herren, vielen Dank für das interessante Gespräch. Ich bin sicher, dass es zu diesem Thema zukünftig noch einiges zu berichten geben wird.


Microsoft Österreich

Die Microsoft Österreich GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Microsoft Corporation/Redmond, U.S.A., des weltweit führenden Herstellers von Standardsoftware, Services und Lösungen. Seit 1991 ist Microsoft mit einer eigenen Niederlassung in Wien vertreten, seit 2006 verfügt das Unternehmen zudem mit Vexcel Imaging über eine F&E-Niederlassung in Graz. An beiden Standorten beschäftigt Microsoft insgesamt rund 330 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Das Ziel ist es, gemeinsam mit mehr als 5.000 heimischen Partnerunternehmen, Menschen und Unternehmen zu ermöglichen, durch Software ihr volles Potenzial auszuschöpfen.  

actinium consulting

actinium consulting ist ein auf Business Intelligence spezialisiertes Beratungsunternehmen. Unser Hauptaugenmerk liegt dabei in der Verbindung von betriebswirtschaftlichem Fachwissen und technischem Umsetzungs-Know-How.

Unser Ziel ist es, unseren Kunden durchgängige Leistungen von der Fachkonzeption bis zur Umsetzung bieten zu können. Mit dieser Durchgängigkeit bieten wir erfolgreiche und vor allem praktikable Lösungen. 

Hexa Business Services

Hexa Business Services ist ein unabhängiges Beratungsunternehmen, das seinen Kunden hilft, Informationstechnologie in Form von Cloudsourcing und Outsourcing Services einfach und kostengünstig einzusetzen.

Gegründet wurde Hexa Business Services 2010 von Damianos Soumelidis, der seit 1982 in der IT Industrie in verschiedenen Management Positionen beschäftigt ist. Das Team der Hexa besteht aus Beratern, Architekten und Outsourcing Experten, die ausnahmslos mehr als 15 Jahre bei internationalen Konzernen Erfahrung gesammelt haben. Sie verfügen über tiefgehendes Wissen und langjährige Erfahrung bei der Konzeption, Planung und Umsetzung von komplexen Integrations-, Betriebs- und Outsourcingprojekten bei mittleren und großen Unternehmen.


Posted by: MarkBench
Posted on: 13.10.2010 at 09:50
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Kommentar zur Konsolidierungswelle

2007 fand eine wahre Übernahmeschlacht auf dem BI-Markt statt. Oracle kaufte Hyperion, SAP übernahm Business Objects, Applix ging an Cognos und Cognos wiederum an IBM. Haben Sie noch den Überblick?

Viel wichtiger ist aber folgende Frage:
Wie wirken sich die Übernahmen auf die Software-Produkte der Unternehmen aus?

Prinzipiell sind die Implikationen solcher Konsolidierungen vielfältig. Klar ist, dass Übernahmen dieser Größenordnung immer ein gewisses Risiko für die Anwender der betroffenen Lösungen darstellen. Zum einen müssen sich User fragen, welches Produkt bei einer Fusion übrig bleibt. Zum anderen haben technologische Konsolidierungen Auswirkungen auf bestehende Lösungen.

Risiko minimieren
Wie kann man also auf ein garantiert sicheres Produkt setzen? Eine Möglichkeit besteht darin, bei neuen Produkt-Entscheidungen Anbieter zu wählen, die ihr Portfolio durch Eigenentwicklung und nicht durch Zukäufe vergrößern.

Chancen nutzen
Und sogar die Phase der Ungewissheit nach solchen Groß-Akquistionen hat etwas Posivites. Wenn Produkte zusammengeführt werden, entstehen immer aufwändige Anpassungen für den Kunden. Diese Situation kann als Chance genutzt werden, die bisherige BI-Strategie grundsätzlich zu überdenken.

Die Adaptierung des bestehenden „Wildwuchses“ ist mit einem Wechsel auf eine zukunftsträchtige Technologie in Punkto Kosten meist gleichzusetzen. Und bei letzerem ergeben sich die Vorteile einer besseren Integration und günstigeren TCO.


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Posted on: 28.11.2007 at 10:45
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