Das Weihnachtsgeschäft mit iPhone, iPad und Windows Phone 7 boomt. Die Appstores dieser Welt platzen aus allen Nähten und lassen Game-Boy und Game-Girl himmelhoch jauchzen. Was liegt daher näher, als nachzusehen, ob da auch für Business-folks was Intelligentes dabei ist.
Frei nach dem Motto: „Das Büro ist, wo ich bin“ hat sich das Mobile Phone zum Smartphone gewandelt. Es ermöglicht uns nicht nur die verbale Kommunikation, sondern auch die Teamarbeit via Mail und sozialen Netzwerken. Auch die Art der Kommunikation hat sich der Größe des Endgerätes angepasst. Wenn man sich nicht als „n00b“ (NewBie, Neuling, Anfänger) outen will, beendet man seine Nachricht mit „EOM“ (End of Message) fügt vielleicht noch ein „LOL“ (Laughing Out Loud) hinzu twittert anderen Vogerln nach und drückt seinen Wohlgefallen durch ein einfaches „gefällt mir“ aus.
Grundsätzlich ganz praktisch, denn umfängliches bearbeiten von Dokumenten artet auf diesen Geräten ohnehin zu einer höchst virtuosen Fingerübung aus. Da wird gezoomt, gewischt und gedreht, um das Dokument in einer lesbaren Größe durch den Sehschlitz (Display) in angemessener Form dem Auge des Betrachters zuzuführen.
Das handliche und mobile Büro im Hosentaschenformat bringt da schon die eine oder andere Herausforderung mit sich. Wie sich das mit mobilen Business Intelligence Lösungen verhält habe ich mit Gregor Zeiler, actinium consulting diskutiert.
Mark Bench: Herr Zeiler, braucht der/die omnipräsente ManagerIn von heute BI am Smartphone?
Zeiler: Da bin ich überzeugt davon, dass der mobile Zugriff auf relevante Unternehmensdaten ein „must have“ wird, oder sogar ist. Das resultiert schon aus den hohen Mobilitätsanforderungen unserer gegenwärtigen und zukünftigen Arbeitswelt. Das Smartphone ist da aufgrund der Handlichkeit der optimale Reisebegleiter.
Mark Bench: Der BI-Markt ist ihnen ja hinlänglich bekannt. Wie sieht es denn mit den Angeboten diesbezüglich aus?
Zeiler: Die BI-Hersteller haben diesen Bedarf natürlich schon längst erkannt und bieten entsprechende mobile Lösungen zusätzlich zum bewährten Portfolio an. Die Range der Lösungsansätze reicht da vom „ich möchte auch mitspielen“-Anbieter bis hin zu denjenigen, die sich wirklich ernsthafte Gedanken zur Arbeitsweise auf kleinen Endgeräten gemacht haben.
Mark Bench: Was unterscheidet da die Spreu vom Weizen?
Zeiler: Um das zu verstehen, muss man sich mit den Eigenheiten der Smartphones und deren Bedienung auseinandersetzen. Da ist einmal die Auflösung des Displays. Die guten schaffen da schon ca. 2/3 einer üblichen PC-Bildschirmauflösung. Die Bildschirmfläche selbst beträgt aber nur ca. 1/10 von der des PCs. Betrachtet man also einen Report aus der PC-Welt am Smartphone, muss man schon kräftig zoomen um die Lesbarkeit herzustellen. Das ist aber sehr mühsam ständig ein- und auszoomen zu müssen.
Mark Bench: D.h. das Device Smartphone braucht eine andere Art von Report?
Zeiler: Definitiv, aber nicht nur die Art oder Größe des Berichtes ist ausschlaggebend, sondern auch die Art der Navigation. Hilft uns zum Beispiel die Maus am PC die notwendigen Filter zu setzen und Ansichten zu wechseln, sind wir am Phone auf unsere Fingerfertigkeit angewiesen. Die Navigation muss über einfache Gesten funktionieren, sonst ist der User schnell frustriert.
Mark Bench: Wie stellt sich nun das Lösungsportfolio am Markt dar?
Zeiler: Sehr plakativ gesagt haben die etablierten BI-Anbieter nur an der Erschließung des Clients Smartphone gearbeitet und bringen die bestehende BI Funktionalität auch zu dieser Art von Endgerät. Dies bringt die bereits erwähnten Bedienungsschwierigkeiten für den User mit sich. Aus der Ecke der Apps-Entwickler haben sich jedoch auch einige dem Thema BI gewidmet. Die sind mit den Anforderungen dieser Endgeräte sehr vertraut und bringen ganz neue Perspektiven ins Spiel.
Mark Bench: Können sie uns da ein Beispiel nennen?
Zeiler: RoamBI fällt für mich in diese Kategorie. Wie nicht anders zu erwarten, kommen diese Freigeister aus der Apple Apps Ecke und haben ihre Anleihen bezüglich Funktionalität aus dem Gaming Bereich bezogen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Gute und lesbare Berichtsobjekte und einige Innovationen in der Navigation. Die mobile BI Applikation erstellt sich automatisch auf Basis der zugrundeliegenden Datenstruktur.
Mark Bench: Sind die guten mobilen BI Lösungen auf das iPhone beschränkt?
Zeiler: Man muss schon klar sagen, dass die Apple-Welt hier viel zu den Entwicklungen am Smartphone Sektor beigetragen hat und sicherlich auch noch beitragen wird. Mit dem neuen Windows Phone 7 hat Microsoft klargestellt in diesem Bereich eine Schlüsselrolle besetzen zu wollen. Da kommt es nicht von ungefähr, dass sich auch auf dieser Basis BI-Apps entwickeln. Ein Beispiel dafür ist PushBI.
Mark Bench: Wie sagt man so schön? Sexy look and feel, ist das alles was man von mobiler BI erwarten kann?
Zeiler: Das ist eine gute Frage. Gute Analysefunktionalitäten sind jedenfalls eine Grundvoraussetzung für die Akzeptanz des mobilen Managers. Aber auf die Analyse der Daten folgt immer auch eine Erkenntnis. Und diese Erkenntnis muss auch wieder kommuniziert werden. Was würde sich dafür besser eignen als der „Communicator“ Smartphone.
Eine Schlüsselfunktion von mobilen BI ist daher auch, die Erkenntnisse der Analyse mit meinen Kollegen teilen zu können. Speziell beim Smartphone nicht bloß mit „Email on board“ beantwortbar. Das muss einfacher gehen, nämlich direkt aus der BI-App heraus. Damit schließt sich der Informationskreis.
Mark Bench: Was wünscht sich der BI-Experte Zeiler so kurz vor Weihnachten?
Zeiler: Dass alle Innovationen am mobilen BI Sektor Einzug in die Desktop Anwendungen finden, damit auch hier wieder ein frischer Wind weht.
Mark Bench: Herr Zeiler, vielen Dank für die Einblicke in die mobile BI-Welt.